Freies Feld

Astro Boy: Omega Factor

Von JÁNOS MOSER.

Astro Boy, eine Kreation von Osamu Tezuka, ist heute eher unbekannt. Die in den 50ern und 60ern entstandenen Abenteuer des kleinen Roboterjungen legten jedoch den Grundstein für alles, was wir diese Tage unter Anime und Manga verstehen. 2003 bekam der Game Boy Advance eine Umsetzung der Serie spendiert. Nicht schon wieder Lizenzspiele!, mögen manche schreien. Aber nichts wäre schlimmer, als Astro Boy: Omega Factor mit seinem Tezuka geschuldeten, ungewöhnlichen Zeichenstil voreilig zu verurteilen. Für die GBA-Adaption war u.a. nämlich niemand anderes verantwortlich als das Entwicklerstudio Treasure, bekannt für das späte GBA-Must-Have Gunstar Super Heroes. Und das zeigt sich schon nach den ersten Spielminuten. Was hier für ein Sprite-Feuerwerk abgeliefert wird, ist wirklich ohnegleichen. Trotz gelegentlicher Slowdowns sieht selbst so mancher neuer 2D-Pixeltitel gegen dieses Game alt aus. Die Steuerung ist simpel, die Action stimmt – mehr braucht ein Sidescroller nicht. Mehr gibt es aber. Shoot-em-Up-Abschnitte, in denen man mit Astro durch den Himmel fliegt, sorgen für Abwechslung, und die Story ist für das Sidescroller-Genre ungewöhnlich komplex. Fast schon zu komplex; Astro erhält durch besagten „Omega Factor“ seine Powerup-Punkte automatisch durch jeden neuen NPC, auf den er trifft – entsprechend Massen davon wurden ins Spiel gepackt. Nicht nur viele Astro Boy-Charaktere sind vertreten, sondern auch Figuren aus Tezukas anderen Serien, die das Abenteuer fast schon überladen. Aber die Story spielt ja bei dieser Art Games wie immer nicht die Hauptrolle. Das Gameplay besteht aus kurzen, dafür knackigen Levelabschnitten und herausfordernden Bossen, die das Kernstück ausmachen. Durch gewöhnliche Box-, Tritt- oder Laserangriffe füllt man eine Spezialleiste, mit der man mächtigere Attacken loslässt (die „Arschkanone“ sieht dann doch etwas schräg aus). Gibt es, abgesehen von der wie erwähnt überladenen Geschichte etwas zu meckern? Nun, die Spielzeit ist mit 4 Stunden etwas zu kurz, und die Hälfte davon verbringt man auch damit, die bereits gemeisterten Levels ein zweites Mal zu spielen, um die fehlenden Charaktere und das „richtige“ Ending freizuschalten. Die vergrösserten Sprite-Versionen mancher Gegner sehen zudem recht krude aus. Abgesehen davon spricht nichts dagegen, Astro Boy: Omega Factor zu spielen.

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Dieser Beitrag wurde von Yoshi geschrieben und am 7. September 2016 um 14:23 veröffentlicht. Er ist unter Reviews abgelegt und mit , , , getaggt. Lesezeichen hinzufügen für Permanentlink. Folge allen Kommentaren hier mit dem RSS-Feed für diesen Beitrag.

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