Freies Feld

A Strange Manuscript Found in a Copper Cylinder

Von JÁNOS MOSER.

Da gibt es diese coole Szenerie in Chrono Trigger: Crono, Ayla und co. fliegen auf den Rücken von Pterodactylen durch die Lüfte. Die Animésequenz, das Artwork und der Besuch des Steinzeitalters lassen auf das Beste hoffen – eher enttäuschend fällt dann die eigentliche Spielsequenz aus, die ziemlich kurz gehalten ist. Klar, man bekommt später ein zeitreisendes Raumschiff, aber das ist doch irgendwie nicht das Gleiche. Abhilfe schafft ein Buch: A Strange Manuscript Found in a Copper Cylinder von James De Mille. Zunächst abschnittweise im Magazin Harper’s Weekly erschienen, kam es 1888 in Buchform raus. Dabei hatte de Mille gleich doppelt Pech; einerseits erlebte er die Veröffentlichung nicht mehr, andererseits konnte sein Werk nach Henry R. Haggards King Solomon’s Mines und She nicht mehr die Aufmerksamkeit erregen, die es verdient hätte. Wer kann sich noch an Quatermain aus Die Liga der Aussergewöhnlichen Gentlemen erinnern? Genau: Die Figur ist Haggards Schöpfung und debütierte in den besagten Mines. Aber zurück zu Copper Cylinder. Ganz im Stil utopischer Literatur finden ein paar Schiffsreisende eine Flaschenpost. Diese berichtet davon, wie ein Schiffbrüchiger zum Südpol gerät, wo er eine seltsame, vergessene Gesellschaft vorfindet. Die Kosekin, wie sie sich nennen, sprechen pseudoarabisch, lieben die Dunkelheit, den Tod, die Armut und die unerwiderte Liebe, und verabscheuen das Licht, Reichtum und Macht. Als Transportmittel dienen ihnen Schiffe, Moas und – eben, Flugsaurier. Dem Protagonisten der Binnenerzählung, Adam More (oder Atam-or), scheint das Glück hold: Nicht nur wird er von den Kosekin verehrt, er trifft auch auf die Liebe seines Lebens und wird von einer Nebenbuhlerin umschwärmt. Wäre da nur nicht das Opferfest, bei dem er die Hauptrolle spielen soll. Bestimmt bietet sich eine Interpretation des Romans als Spiegelbild der spätviktorianischen Gesellschaft an; die einfache Umkehridee ist, so plakativ sie zu Beginn scheint, gar nicht mal so übel. Aber die Dinosaurier doch das Beste am Ganzen. Sie fressen Meeresmonster, lassen sich hübsch dressieren und fliegen auf Autopilot. Hätte man bei Drakan auch einbauen können.

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Weniger farbig, dafür mit Herzensdame: das Abenteuer in de Milles Buch:

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Dieser Beitrag wurde von Yoshi geschrieben und am 25. Februar 2014 um 01:13 veröffentlicht. Er ist unter Links und Tipps abgelegt und mit , , getaggt. Lesezeichen hinzufügen für Permanentlink. Folge allen Kommentaren hier mit dem RSS-Feed für diesen Beitrag.

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