Freies Feld

Borderlands

Gastbeitrag von JAN ODERMATT.

Rollenspiele in Form von Ego Shootern sind ja eher selten. Umso mehr hab ich mich gefreut, als ich vor einigen Jahren Borderlands für die PS3 entdeckt habe. First Person Shooter mit vielen Rollenspielelementen? Klingt doch super, dachte ich mir. Und, naja, das war es irgendwie auch. Aber eben nur irgendwie. Kommen wir zuerst zu dem was mir nicht so gefallen hat. Die Story über eine mystische Alienkammer die geöffnet werden muss ist ok, aber nicht allzu spannend. Hinzu kommt, dass man grosse Teile der Story eh verpasst, da Gespräche die von Audio-Logs abgespielt werden häufig während einem Kampf laufen. Das macht es sehr schwer zu hören was denn gesagt wird. Das ist schade, da einige NPCs wirklich witzig sind und manchmal Kommentare abgeben, die einem die Tränen in die Augen treiben können (vor Lachen). Das trifft aber längst nicht auf alle zu. Claptrap, ein kleiner Roboter der dich manchmal unterstützt ist so ein Beispiel. Er ist nervig, Hyperaktiv, laut und hat eine hohe Stimme. Das wohl schlimmste ist aber das immer wieder das gleiche Gelaber von ihm kommt, wenn man an ihm vorbeiläuft. Und da er an einem zentralen Punkt des Spiels steht, trifft man ihn häufig genug um sich einen Claptrap aus Karton zu basteln und ihn zu misshandeln, nur um den angestauten Ärger loszuwerden.

Als letzten grösseren Kritikpunkt möchte ich die farblich doch recht ähnlichen Karten erwähnen. Alles ist Braun oder Grau, cool… Das hat sich schnell abgenutzt und wird langweilig. Hier hätten die Entwickler ruhig etwas tiefer in die Farbkiste greifen können. Es gibt Abschnitte welche vor allem mit dem Auto erkundet werden wollen und solche die eher Fussgängerzone sind, solche in denen Banditen hausen und solche in denen Skags (Hundeähnliche Monsterviecher) ihr Unwesen treiben. Aber durch die fehlende Farbe sieht schlussendlich doch vieles gleich aus. Da sich vieles ähnelt fiel mir auch die Orientierung nicht leicht. Eine Minikarte auf dem Bildschirm wäre super gewesen für die grösseren Gebiete, ohne muss man ständig ins Menü wechseln und gucken wo es denn wohl durchgeht, das ist umständlich.

Trotz alldem hat mir das Spiel insgesamt gefallen, da die Haupttätigkeit viel Spass macht, das Kämpfen und Sammeln von Waffen. Der Mix aus Gegner kloppen/Looten/Leveln funktioniert in Rollenspielen ja schon seit Jahren, da macht auch Borderlands nicht vieles anders. Man rennt rum und killt Gegner, sammelt ihren Kram ein und verschleudert danach unbrauchbar gewordenes beim nächstbesten Händler. Das was Borderlands hier speziell macht ist die Bewaffnung. Oder wie oft habt ihr in anderen Spielen schon ein Scharfschützengewehr mit Säuregeschossen gefunden? – Eben.

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Ein Blick ins Inventar von Borderlands 2

Ja richtig gelesen, neben den „normalen“ Waffen, welche keine Element besitzen, gibt es Elementarwaffen. Feuer, Korrosion(Säure), Elektrizität und Explosion. Die ersten drei können dem Gegner einen Statuseffekt verpassen, der sich hauptsächlich als DoT (Schaden über Zeit) äussert. Beim Einsatz dieser Elemente muss man aber vorsichtig sein, da es auf den Gegnertyp draufankommt wie effektiv sie sind. Bei Explosion spielt das fast keine Rolle, da kaum ein Gegner resistent oder besonders anfällig dafür ist. Die Kugeln aus Explosionswaffen richten beim Einschlag Zusatzschaden und Bereichsschaden auf kleinem Raum an. Die Waffen mit einem Element haben meist einen bedeutend kleineren Schaden pro Schuss als Waffen ohne Element. Elementlose Waffen haben wie Explosionswaffen den Vorteil/Nachteil dass sie gegen alles gleich effektiv sind. Ich habe trotzdem kaum Waffen ohne Element benutz. Es ist witziger das richtige Element rauszukramen und draufloszuballern. Natürlich vorausgesetzt ihr habt eine passende Waffe auf einem passenden Level. Was nicht immer der Fall sein wird.

Das Level der Waffe ist ziemlich entscheidend für ihren Nutzen, da eine Waffe Level 15 gegen Level 20 Gegner meist zu schwach ist. Dieser Umstand bringt uns dann auch dazu immer nach neuen Waffen Ausschau zu halten, es gibt immer was Besseres. Die Waffen sind neben dem Level und dem Typ auch mit einer Seltenheit gekennzeichnet. Seltenere Waffen sind meist besser als nicht so seltene und legendäre Waffen können manchmal ein spezielles Schussmuster oder dergleichen haben. Allerdings findet man diese auch entsprechend selten. Die Seltenheit wird in Farben angegeben, wie in vielen anderen Spielen auch, das macht es einfacher das zu verkaufen, was man nicht braucht. Ich hab im Shop meist alles weisse Zeug gleich verschleudert (weiss ist am wenigsten selten und am schwächsten).Neben den Waffen hat jeder Charakter seinen ganz eigenen Spezialskill wie einen Vogel der Gegner angreift oder einen Geschützturm, der platziert werden kann. Dieser Skill ist auch der grösste Unterschied zwischen den Klassen da er das Gameplay recht stark beeinflusst.

Hmm, eigentlich wollte ich euch ja Borderlands 2 vorstellen und jetzt habe ich schon so viel zum ersten Teil gesagt. Nun ja, so erfahrt ihr gleich was über beide Spiele und welche Entwicklung von Teil 1 zu Teil 2 stattgefunden hat. Das ist doch auch nicht schlecht.

Man kann sagen, dass Teil 2 im Grunde genommen genau dasselbe ist wie Teil 1, nur in so gut wie jedem Punkt verbessert wurde und neue Hauptprotagonisten erhalten hat. Die Story an sich ist nicht wirklich besser als in Teil 1, aber sie ist viel besser erzählt und euer Gegenspieler ist einer der interessantesten Bösewichte der letzten Jahre. Es kann zwar wie früher geschehen, dass man einen Teil von Gesprächen nicht mitkriegt weil sie mitten im Kampf abgespielt werden, aber das passierte mir nicht mehr ganz so oft. Die Dialoge selbst sind ebenfalls interessanter und abgedrehter geworden, so dass es noch mehr Spass macht den (verrückten) Bewohnern von Pandora zuzuhören. Apropos verrückte Bewohner, ihr erinnert euch an den extrem nervigen Claptrap aus Borderlands 1? Der ist wieder mit dabei und zu meinem Überraschen ist er diesmal WIRKLICH witzig. Seine Sprüche sind köstlich und haben mich einige Male zum Lachen gebracht. Wenn man aber genug lange spielt, geht einem Claptrap auch irgendwann wieder auf den Kecks, da er
sich zu wiederholen beginnt. Im zweiten Teil dauerte es allerdings viel länger bis er mir auf den Wecker ging.

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Der Firehawk, Freund oder Feind?

Am Kampfsystem hat sich Grundlegend nichts geändert. Es gab aber einige kleinere Anpassungen. In Teil 1 konnte man auch Stufen für Waffenarten erhalten, wenn sie benutzt wurden. Durch Stufenanstieg erhielt man Dinge wie mehr Genauigkeit, mehr Schaden oder weniger Rückstoss bei dieser Waffenart. Dieses System wurde durch sogenannte Badass-Ränge abgelöst, mit welchen man kleine Boni auf beliebige Werte wie Schaden, Gesundheit oder Feuerrate verteilen kann. Badass Ränge erhält man durch Abschluss von Herausforderungen wie verschiesse eine gewisse Anzahl Kugel oder ähnliches. Das normale Levelsystem wurde beibehalten aber die Skill-Bäume wurden erweitert und haben ein paar Skills mehr zu bieten. Der wohl grösste Unterschied im Kampsystem besteht in einem neuen Element, welches in Borderlands 2 hinzugefügt wurde, nämlich Slag. Slag ist ein Statuseffekt, der dem Gegner eine Art Debuff verpasst mit dem er mehr Schaden aus nicht Slag Quellen nimmt. War das einigermassen verständlich? Hier ein Beispiel: ich mache 200 Schaden pro Schuss mit meiner Feuerpistole. Wenn ich nun den Gegner zuerst mit einer Slagwaffe angreife und er den Debuff bekommt macht meine Feuerpistole plötzlich 400 Schaden. Cool? Ja finde ich auch. Allerdings ist dieses Element alleine schwer einzusetzen, ausser man hat Granaten, da man nicht jedes Mal wenn der Debuff ausklingt die Waffe wechseln will. Wenn man in einer Gruppe spielt kann jemand slaggen und alle anderen erhalten Bonusschaden.

Ah ja das habe ich bisher noch gar nicht gross erwähnt, aber Borderlands kann man mit bis zu vier Leuten Coop zocken. Das ist cool und macht ziemlich viel Spass, solange man mit Freunden spielt. Mit Fremden besteht die Gefahr dass sie euer Loot klauen. Wenn ein Boss eine absolut geile Knarre dropt gibt’s die eben nur einmal und nicht für jeden. Da kommt es schon mal vor dass jemand sich das Teil schnappt und die Fliege macht, was jeweils ärgerlich ist. Trotzdem ist dieser Modus das Herzstück des Spiels, da es mit Freunden einiges launiger ist und ich alleine wohl nie so lange gespielt hätte. Die Hauptstory hat mich das erste Mal ca. 30 Stunden in Anspruch genommen, mit einigen Nebenquests und kleineren Erkundungstouren. Nach dem Durchspielen geht’s aber eigentlich erst richtig los, man kann weiter aufleveln und Waffen Farmen, unterdessen ist die Levelgrenze bei 72.

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Die Hauptstadt Sanctuary

Für Jemanden, der in spielen gerne seinen Charakter auflevelt, während er tausende von Waffen einsammelt und ausprobiert ist dieses Spiel genau richtig. Unterstütz wird das süchtig machende Spielprinzip von der in Teil 2 viel bunteren und abwechslungsreicheren Welt und den stellenweise genialen Dialogen. Da es schon eine Zeit draussen ist gibt’s das Spiel unterdessen in einer Game oft he Year Editions mit allen herunterladbaren Inhalten zu relativ günstigen Preisen. Man bekommt also sehr viel Inhalt für wenig Geld. Spielen kann man auf der PS3 oder der Xbox, sowie auf dem PC. Wer die bestmögliche Grafik braucht muss zur PC-Version greifen, da diese doch deutlich besser aussieht als die Konsolenvarianten. Ansonsten sind aber alle Versionen identisch.

Peace

Lord Grizzly

(Ps: Fotos habe ich aus Urheberrechtsgründen selbst gemacht, entschuldigt die Qualität. Sie stammen alle aus der PS3 Version von Borderlands 2)

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Dieser Beitrag wurde von Yoshi geschrieben und am 9. Februar 2014 um 10:55 veröffentlicht. Er ist unter Reviews abgelegt und mit , getaggt. Lesezeichen hinzufügen für Permanentlink. Folge allen Kommentaren hier mit dem RSS-Feed für diesen Beitrag.

Ein Gedanke zu „Borderlands

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